Diktatoren - die zehn schlimmsten der Welt
- Sie klammern sich verbissen an die Macht
- Sie regieren mit Terror, Folter, eisenharter Hand
- Lassen willkürlich verhaften, hinrichten
- Per Gesetz diskriminieren, Internet und Medien zensieren
- Dikatoren und Autokraten weltweit – die zehn Schlimmsten
Mahatma Ghandi, Leitfigur des indischen Unabhängigkeitskampfes, glaubte einmal : «Diktatoren können einige Zeit als unbesiegbar erscheinen, aber am Ende stürzen sie alle».
Ghandi hat sich geirrt.
Zwar sind mit Iraks Saddam Hussein (2006 hingerichtet), Serbiens Slobodan Milosevic (2006 in seiner Zelle in Den Haag verstorben, Herzinfarkt) und Liberias Ex-Diktator Charles Taylor (steht derzeit vor dem UN-Tribunal) die schlimmsten Schlächter besiegt. Zuletzt wurde auch gegen Sudans Tyrann Omar al-Bashir internationaler Haftbefehl erlassen – ein Hoffnungsschimmer.
Der Kampf gegen Despoten ist aber noch längst nicht vorbei. Noch immer werden in Dutzenden Staaten Gewaltherrscher gefeiert – als «Geliebter Führer, Held des Volkes, oder gar als Gott. Ich habe mit Daten von Amensty International (Menschenrechte) und Reporter ohne Grenzen (Medienfreiheit) die Liste der Schreckensregime zusammengestellt.
1. Omar al-Bashir, 64, Sudan Seit 1989 an der Macht
Regime: Omar al-Bashir hetzt ethnische Gruppen gegeneinander auf, geißelt sein Volk durch Hungersnöte. Seine Schergen sind für Treibjagden auf Minderheiten in der Provinz Darfur verantwortlich. Mehr als 300.000 Menschen sind getötet und Tausende vergewaltigt worden. Millionen mussten flüchten.
Reichtum: Gewinne aus der Erdölförderung im Südsudan finanzieren die autokratische Herrschaft Bashirs.
Er selbst stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Mit 16 zur Armee, 1989 putschte er sich an die Macht.
Was kann getan werden: Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat Haftbefehl gegen ihn erlassen – der erste gegen einen amtierenden Staatschef überhaupt. Im Gegenzug warf al-Bashir internationale Helfer aus seinem Land. Theoretisch müssten ihn nun die sudanesischen Behörden verhaften, aber der Tyrann sitzt fest im Sattel, hat mächtige Verbündete in der arabischen Welt. Sollte er sein Land verlassen, haben die Regierungen aller Staaten die Pflicht, ihn festzunehmen.
2. General Than Shwe, 75, Burma/Myanmar Seit 1992 an der Macht
Regime: Politische Gegner werden in Foltergefängnissen gefügig gemacht. Auf seinen Befehl wurde auch Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi 12 Jahren unter Hausarrest gestellt. Mönche, die als Hüter des Buddhismus unantastbar sind, ließ er brutal niederknüppeln. Medien und Internet stehen unter Militär-Kontrolle. Betreiber von Internetcafés müssen persönliche Daten und Anschrift der User/innen festhalten. Für private Internetverbindungen ist eine Regierungs-Erlaubnis nötig.
Reichtum: Protziger Lebensstil, der Junta-Chef liebt Prunk und Pistolen, Uniformen und Orden, hält sich für einen König. Trinkt Champagner, während sein Volk hungert. Als Zyklon Nargis 2008 Teile des Landes zerstörte (134 500 Tote, 2,5 Millionen obdachlos), verweigerte er Helfern wochenlang die Einreise. Vor wichtigen Entscheidungen ruft er Astrologen. Trotz Massenarmut ordnete der General («Die Bulldogge) den Bau einer neuen Hauptstadt an –mitten mit Dschungel. 300 Kilometer von der Küste entfernt ist Naypidaw («Sitz der Könige ) aus dem Boden gestampft worden, eine Satellitenstadt. Seiner pummeligen Tochter Thandard schenkte er zur Hochzeit Perlen, Diamanten und Juwelen im Wert von 57 Millionen Dollar. Ein Video von der glamourösen Heirat löste in ganz Asien Volkszorn aus.
Was kann getan werden: Wie gegen al-Bashir müsste auch gegen Than Shwe Haftbefehl erlassen werden. Derzeit wird der General aber noch von China gestützt, der internationale Druck gegen die Junta ist lasch.
3. Kim Jong-Il, 67, Nordkorea Seit 1994 an der Macht
Regime: Bizarrer Steinzeitkommunismus, enorme Militärausgaben, gigantisches Spitzelheer. Läßt sich als «Geliebter Führer» feiern. Das Land ist völlig abgeschottet, ein Feind des Internets – und verfügt über Interkontinentalraketen und Nuklearwaffen. Wer den «Geliebten Führer» nicht verehrt, wird bestraft. Mehr als eine halbe Million Menschen hat das Regime in den vergangenen Jahren in Umerziehungslager gesperrt- Folter, Vergewaltigung und öffentliche Hinrichtungen.
Reichtum: Kim Jong-Il, der «Ausserirdische – nur 1,60 Meter groß, braungrüne Uniform, Plateauschuhe, das schüttere Haar toupiert. Er ist Feinschmecker und Wein-Fan, gefeierter Kunde von Hennessey Cognac. Rohen Thunfisch, iranischen Kaviar oder dänischen Schinken lässt einfliegen, während Millionen Nordkoreaner hungern.
Was kann getan werden: Internationaler Druck hilft wenig, Sanktionen schaden bloss dem Volk. Warten auf einen natürlichen Tod des Diktators scheint der einzige Ausweg. Vergangenes Jahr überschlugen sich Gerüchte über eine schwere Krankheit (Schlaganfall) des Diktators, Kim Jong-Il war monatelang wie vom Erdboden verschluckt. Nun scheint er aber wieder fit zu sein – abermals droht er mit einem Raketen-Krieg.
4. Teodoro Obiang Nguema, 65, Äquatorialgunea
Seit 1979 an der Macht
Regime: 2003 ließ sich der Präsident des erdölreichen westafrikanischen Kleinstaates «zum Gott von Äquatorialguinea» erklären. Damit habe er das Recht, verkündete der Staatfunk, «zu töten ohne sich rechtfertigen und ohne in die Hölle zu kommen». Nguema stürzte 1979 seinen eigenen Onkel, seither regiert er mit eisenharter Hand, ein Land, in dem niemand lacht (Spiegel.)
Reichtum: Gewaltige Reserven an Öl und Gas. Im Golf von Guinea soll es mehr Öl als in Kuwait geben. Dazu kommen Mineralien wie Titan, Magnesium, Uran und Gold. Der Ministaat (kaum größer als Brandenburg) könnte ein Paradies sein, doch der größte Teil der Bevölkerung lebt in Armut. Das Privatvermögen des Präsidenten wird auf drei Milliarden Dollar geschätzt.
Was kann getan werden: Mehere Putschversuche schlugen fehl, zuletzt 2004. Eine 67-Mann starke internationale Söldnertruppe versuchte einen Umsturz. Mark Thatcher, Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher, soll den Putschversuch mitfinanziert haben, was aber nie bewiesen werden konnte.
5. Islam Karimov, 70, Usbekistan Seit 1990 an der Macht
Regime: Bizarrer Führerkult, knallharter Diktator. Karimov läßt sich als Held Usbekistans und Mann des Jahrtausends feiern. Zuerst fanden die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen im Geheimen statt – bis am 13. Mai 2005 Karimow die Armee in der Stadt Andischan auf Demonstraten feuern ließ– 500 Tote. Bis heute weigert sich das Regime, das Massaker untersuchen zu lassen.
Reichtum: Baumwolle, Gold, Öl und Erdgas – Usbekistan ist reich an Bodenschätzen, Präsident Karimov und sein korrupter Clan kassieren überall mit. Um das Geschäft kümmert sich Gulnara Karimova, Karimov’s Tochter. Sie besitzt den größten Mobilfunkkonzern des Landes, etliche Nachtklubs, hält Beteiligungen an den meisten Exportfirmen.
Was kann getan werden: Wenig. Die EU hat 2005 zwar Sanktionen gegen das Land verhängt und Einreiseverbote für usbekische Regierungsbeamte sowie ein Waffenembargo ausgesprochen. 2007 wurden diese Sanktionen aber wieder aufgehoben.
6. Alexander Lukaschenko, 54, Weißrussland
Seit 1994 an der Macht
Regime: Alexander Lukaschenko – Europas letzter Diktator. Die Opposition wurde ausgeschaltet, Dissidenten verschwinden von einem Tag zum anderen, Medien stehen unter Staatskontrolle, Kritiker werden mit konstruierten Anzeigen als extremistisch eingestuft und zum Schweigen gebracht. «Er verwandelte Weißrussland in ein Freilichtmuseum der UdSSR, zitiert Russlandexperte Boris Reitschuster Gegner Lukaschenkos.
Reichtum: Regiert wie ein Feudalfürst.. Der Mann mit dem Stalin-Schnauzer ist passionierter Eishockey-Spieler, von seinen Anhängern lässt er sich Batka (Vater) nennen, von seiner Frau lebt er getrennt. Das Land funktioniert nur, weil Moskau billiges Öl- und Gas liefert.
Was kann getan werden: Brüssel sucht seit geraumer Zeit einen gutnachbarschaftlichen Dialog mit Weißrussland, verordente eine Art europäische Probezeit für Lukaschenko: Sechs Monate ist es ihm erlaubt, nach Europa zu reisen, bis April 2009 ist das Einreiseverbot ausgesetzt. Das hatte die EU im Frühjahr 2006 verhängt.
7. Mahmud Ahmadinedschad, 52, Iran,
Seit 2005 an der Macht
Regime: Religiöse Diktatur. 72 Millionen Menschen stehen unter der Tyrannei der Mullahs, Israel-Hasser und Holocaust-Leugner Achmadinedschad ist der Vollstrecker. Unter allen Umständen will der «gefährlichste Mann der Welt die Atombombe, die Vorherrschaft in der Region. Öffentliche Hinrichtungen, Steinigungen, Amputationen und Prügelstrafen sind an der Tagesordnung. Mindestens 346 Menschen, darunter acht Jugendliche, sind vergangenes Jahr gehenkt worden, zwei wurden gesteinigt. Die Mullahs sind auch der «größte Feind des Internets im Nahen Osten: Regelmäßig werden Blogger/innen festgenommen. Nach offiziellen Angaben wurden allein im vergangenen Jahr fünf Millionen Webseiten gesperrt.
Reichtum: Über das Privatleben des Irren von Teheran ist kaum etwas bekannt – nicht einmal der Vorname seiner Frau wurde veröffentlicht, geschweige denn ihr Alter. Sie hat angeblich wie ihr Mann eine Ingenieursausbildung. Das Paar hat drei Kinder. Bisher ist Ahmadinedschad nur ein Mal mit seiner Frau öffentlich aufgetreten- sie trug Tschador und getönte Brille...
Was kann getan werden: Politische und wirtschaftliche UN-Sanktionen bringen nichts. Alle Drohungen des UN-Sicherheitsrats wurden von Teheran ignoriert. Einzige Chance – friedliche Revolution. US-Präsident Barack Obama lockt mit Gesprächsangebot, gleichzeitig sprach er sich für eine Verlängerung der Sanktionen aus.
8. Meles Zenawi, 53, Äthiopien Seit 1991 an der Macht
Regime: Sein Vorgänger Mengistu Haile Mariam setzte Napalm, Splitterbomben und Hungersnöte als Mittel der Kriegsführung ein. 1991 vertrieb Zenawi den Schlächter, wurde als Held gefeiert. Ein Bild, das sich rasch änderte – inzwischen gibt es sogar Berichte über Internierungs-Lager. Zwischen 10.000 und 50.000 politische Gefangene sollen festgehalten und gefoltert werden.
Reichtum: Bizarr – 2007 wurde in der Hauptstadt Addis Abeba eine gigantische Milleniums-Party abgehalten. 50 Rapper rockten, ein eigener Millieniumspalast wurde errichtet. Grund für die verspätete Jahrhundertparty – in Äthiopien gilt noch derJulianische Kalender. Das Geld hätte auch anders ausgegeben werden können, – das Land gehört mit seinen 81 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt.
Was kann getan werden: Langsam lenkt Zenawi ein – um Zeichen zu setzen, begnadigte der Premier zuletzt Oppositionspolitiker, Dissidenten und Journalisten
9.Isayas Afewerki, 61, Eritrea Seit 1993 an der Macht
Regime: Afewerki ist Präsident und Staatschef in Personalunion. Zwar gibt es seit 1998 eine demokratische Verfassung, umgesetzt wurde sie aber nie. Kein anderes Land in Afrika schottet seine Bürger stärker von der Außenwelt ab. Unabhängige Medien und Parteien sind verboten, Auslandsreisen nur mit staatlicher Sondergenehmigung erlaubt.
Reichtum: Der Präsident kontrolliert alle Unternehmen in dem bitterarmen Land
Was kann getan werden: Verstärkstes UN-Engagement. Aber – die Regierung lehnt jede ausländische Hilfe als Anschlag auf die Selbständigkeit ab.
10.König Mswati III, 40, Swasiland
Seit 1986 an der Macht
Regime: Feudale Erbmonarchie. Mswati’s Vater hatte 99 Ehefrauen, der Junior ist inzwischen bei Nummer 14. Regiert wird mittels Erlässen, Parteien gibt es keine, jedes Jahr tauscht der Monarch die Ehefrau aus. Mswati III gilt als sex-, macht- und vergnügungssüchtig. Zu seinem 40 Geburtstag im vergangenen Jahr ließ er 50.000 Jungfrauen barbusig vor seinem Palast tanzen.
Reichtum: Das Land ist bitterarm, die Aids-Rate liegt bei 40 Prozent, doch der König lacht und feiert – 40 neue Luxuslimousinen ließ er sich zum Geburtstag schenken. Ein Palast für seine Frauen und Verwandten kostete 15 Millionen. Shoppingtouren nach Dubai absolviert er mit seinem Privatflugzeug, seine Lieblings-Ehefrauen nimmt er stets mit.
Was kann getan werden: Afrikas Staatschefs schütten seit Jahren Spott und Hohn über den extravaganten König aus, doch das reicht nicht. Alle Hilfslieferungen an Swasiland müssten in direkte Projekte und nicht in die Staatskasse des Playboy‘s fließen.
Jul. 17, 2009 // 16:42 | Comments (0)
