Stefan Raab - das verrückte Ergebnis seiner Wahl-Show. Absturz der SPD, Sieg der Linken.Piraten pushten per Flashmob.

Das war krass und wird mit dem Ausgang der deutschen Bundestagswahl wohl nicht viel zu tun haben!

In Stefan Raabs Wahl-Showdown „TV total Bundestag“ (Pro7) stimmten die Zuschauer per Telefon und SMS ab. Das Nonsens-Ergebnis – Gregor Gysi ‘s Linke erhielt 20,5 Prozent und Westerwelles FDP 19,9 Prozent. 26,6 Prozent der Stimmen gingen an die Union, die SPD zerbröselte – nur 17,7 Prozent stimmten für die Sozialdemokraten. 15,4 Prozent an Bündnis 90/die Grünen. Großzügig mit Guthabenkarten ausgestattete Linkspartei-Anhänger und per Flashmob organisierte Piraten haben da wohl das Voting gepusht.

Die SPD stürzte im Schnitt um 20 Prozent ab, auch die CDU verlor leicht, während FDP und Linke meist stark zulegen konnten. Selbst als die Zahlen am Ende noch mit einem mysteriösen Koeffizienten geglättet wurden, lagen Linke und FDP klar vor der SPD.

Eines zeigt dieses verrückte Ergebnis aber – angesprochen wurden mit der Pro-7-Sendung vor allem junge Leute. Auch Jugendliche unter 18 Jahren durften ihre Stimme abgeben. Und die voten eben anders.

Krasses Ergebnis, Top-Gäste

Dass die Politiker die Klamauksendung durchaus ernstgenommen haben, zeigte die Gästeliste im Studio: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (37, CSU) Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (50, CDU) SPD-Chef Franz Müntefering (69) und FDP-Chef Guido Westerwelle (47). Grünen-Politiker Jürgen Trittin (55) und Gregor Gysi (61, Die Linke)

Sep. 27, 2009 // 11:50 | Comments (0)


Merkel und Westerwelle - der Schwarz-Gelbe-Durchmarsch in Deutschland.

„It’s the economy, stupid“ , hat der frühere US-Präsident Bill Clinton gesagt und gewonnen.

“Wir brauchen kein Wunschkonzert sozialer Wohltaten – wir benötigen eine martwirtschaftlich orientierte Reformkoalition“, haben die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU/CSU) und FDP-Chef Guido Westerwelle gepredigt.

Das neue Traumpaar hat die Wahl in Deutschland gewonnen. Schwarz-Gelb ist da.

Die roten Krieger haben im Endspurt wohl Angst vor ihrer eigenen Courage bekommen. SPD-Chef Frank-Walter Steinmeier ist schlimm abgestraft worden, hat mehr als 10 Prozent verloren, das schlechteste Ergebnis aller Zeiten.

Sehnsucht nach Sicherheit

Die Wähler sind jenen gefolgt, die vor einem rot-rot-grünen Teufel gewarnt haben: „Die Programme von Rot-Rot-Grün, die längst eine Koalition für einen autoritären Umverteilungsstaat vorwegnehmen, sind Untergangsszenarien für ein Land, das sich ehrgeizig den Herausforderungen der Krise stellen will. Die Finanzkrise wird als Vorwand missbraucht, den in allen drei Parteien vorhandenen (und gepflegten) Antikapitalismus möglichst populär unters Volk zu bringen“, hat Ulf Poschardt geschrieben, stellvertretender Chefredakteur der „WELTamSONNTAG“: „Wer dort sein Kreuz macht, obwohl er selbst ökonomisch darunter leiden müsste, folgt einer Tradition des Selbsthasses.“

Diese Wahl ist ein Aufbruch zum Vernünftigen gewesen. Weg vom sozialromantischen Stilwähler, hin zu Pragmatikern.

Die Menschen trauen dem Duo Merkel/Westerwelle einfach mehr Wirtschaftskompetenz zu als einer wilden Farben-Koalition.

Vorallem Angela Merkel, die im Wahlkampf scheinbar Passive, hat Männer und Medien im Griff – die protestantische Pastorentochter aus dem Osten, hat in den vergangenen vier Jahren Deutschland und teilweise sogar Europa so selbstbewusst regiert, dass viele für die CDU stimmten, obwohl sie die Partei gar nicht mögen. Sie haben Merkel gewollt und haben sie wieder bekommen.

Sehnsucht nach Harmonie!

„Es ist klug von ihr gewesen, das konsensuelle Element im Wahlkampf hochzuhalten, obwohl das zu ihren Lasten ging (sie verlor leicht)“, hat die „Süddeutsche“ geschrieben, „es hat ihrer Beliebtheit nicht geschadet, dass sie nicht auf ihre Gegner losging.“

Anders als bei der Nationalratswahl 2006 in Österreich, als der haushohe Favorit Wolfgang Schüssel abgewählt worden ist, weil er sich zu passiv verhalten hat, haben die 62,2 Millionen deutsche Wähler den „Harmonie-Wahlkampf“ Merkels wohltuend empfunden.

Westerwelle's Lebenstraum!

Die Wahl am Sonntag hat die Weichen gestellt. Eine Mehrheit der Deutschen will, dass Angela Merkel das Land weiter regiert. Die Liberalen sind aber die eigentlichen Wahlgewinner. Die FDP hat sich auf das Allzeit-Hoch von rund 15 Prozent verbessert. Für Guido Westerwelle (47) wird damit ein Lebenstraum wahr. Schon im Wahlkampfendspurt ist er in Hochstimmung gewesen, gelöst wie nie, obwohl er ein enorm hohes Risiko gegangen ist: „Es gibt nichts anderes als Schwarz-Gelb“, hat er sich schon früh festgelegt. Die Strategie ist aufgegangen. „Nur Glaubwürdigkeit, nur Standhaftigkeit treiben der FDP die Stimmen zu“, hat er getrommelt. Er hat Recht behalten.

Sep. 27, 2009 // 19:53 | Comments (1)