Demoskopen und Finanzanalysten - sie versagten bei der deutschen Wahl und in der Finanzkrise.
Demoskopen und Bankanalysten – mir geht's wie Franz Josef Wagner, BILD-Starkolumnist. Stets hatte ich tiefe Hochachtung vor «diesen Harvard-Business-School-Absolventen in ihren Brioni-Anzügen».
Damit ist jetzt Schluss!
Vor einem Jahr haben die Analysten kläglich versagt, als sich binnen weniger Tage Milliardenwerte in Nichts aufgelöst haben und Börsengurus als Luftverkäufer demaskiert worden sind.
Jetzt ist die Sozialforschung bei der deutschen Bundestagswahl abermals spektakulär gescheitert.
Die Wähler haben sich glasklar für Schwarz-Gelb entschieden und nicht für die prognostizierte Zitterpartie, ein neuerliches Fiasko für die Umfrage-Experten.
Hütchenspieler und Demoskopen!
Keiner der Feldforscher hat den dramatischen Totalabsturz der SPD gerochen, alle haben bloss von einem Absacken Merkels gefasselt.
Wochenlang haben die Demoskopen suggeriert, der kämpferische Frank-Walter Steinmeier und seine geschlossene SPD seien auf dem Vormarsch, so, als wäre ganz Deutschland in einem „Steinmeier-kann-Merkel-schlagen“-Taumel: „Wer aufholt kann auch überholen“, haben sie vermittelt, doch das ist eine glatte Lüge gewesen, oder Dummheit, oder beides.
„Wie die Kuh, wenn’s donnert“! So haben sich die Demoskopen in Interviews nach dem Wahlergebnis präsentiert. So hat auch Dirk Müller im Herbst 2008 ausgesehen, als in aller Welt die Kurse nach unten gerasselt sind.
Dirk Müller ist „Dirk the Dax“, 39-jähriger Kursmakler „am Parkett“ der Frankfurter Börse.
Er gilt als Popstar der deutschen Börse. Nicht deshalb, weil er vor den dramatischen Kursstürzen gewarnt hätte, nein, er ist deshalb zum Star geworden, weil er den Medien im Moment der Krise einen Gesichtsausdruck der völligen Fassungslosigkeit geliefert hat.
An diesen Gesichtsausdruck fühlte ich mich erinnert, als am Sonntag-Abend fassungslose Demoskopen um müde Erklärungen gerungen haben für die ruinöse SPD-Schlappe. Sprachlosigkeit, so, als sei Demoskopie ein Hütchenspiel.
Sep. 28, 2009 // 00:20 | Comments (0)
